Gloor, Dorette & Frei, Iris Lydia: S'Änd vomene nasse Vogel Gryff

Kinderbuch, Schweizerdeutsch

 

In einer lustigen Geschichte in Versform erzählt Dorette Gloor das Brauchtum "Vogel Gryff" der Stadt Basel unseren Kindern im Alter zwischen vier und zehn Jahren. Die zahlreichen Illustrationen von Iris Lydia Frei wirken überaus anregend auf die Kinderphantasie.

 

zu Dorette Goor

zu Iris Lydia Frei

 

IL-Verlag, Januar 2016

Hardcover, 44 S.

ISBN: 978-3-906240-37-4

 

 

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Buchvernissage im Hotel Merian am Rhein, Sonntag, 24. Januar 2015, 11:00 Uhr

Ein schöner Bericht auf barfi.ch von b.h.

Iris Lydia Frei (l.), Dorette Gloor (r.)

 

Vogel Gryff: Über ein halbes Jahrtausend alt, aber Star eines neuen wunderschönen Kinderbuches (b.h. www.barfi.ch)

 

Am Mittwoch, den 27. Januar, erwartet der Vogel Gryff zusammen mit Kollege Leu am späteren Vormittag einmal mehr wie seit hunderten von Jahren auf das Floss mit dem wilden Mann. Rechtzeitig ist das neue Kinderbuch "’S Änd vomene nasse Vogel Gryff" der Basler Kinderbuch-Autorin und sechsfachen Grossmutter Dorette Gloor mit Illustrationen von Buchhändlerin Iris Lydia Frei, Mutter eines 21-jährigen Sohns erschienen. Barfi.ch hat die beiden Damen im legendären Glöcklihof Riehen besucht.

 

Barfi.ch: Das reich bebilderte Kinderbuch ist Ihre erste Zusammenarbeit. Wie kam es dazu?

Dorette Gloor: Lassen Sie mich etwas ausholen. Mein erstes Buch: „Wie der König vom Eiszapfenland an die Basler Fasnacht kam“ war eine Geschichte rund um die "drey scheenschte Dääg" und ich war mir nicht sicher, ob die Geschichte für ein ganzes Bilderbuch reichte. Deshalb fügte ich noch einen kurzen Teil mit dem Vogel Gryff hinzu. Es war auf Hochdeutsch. Lustiger weise fielen mir später Verse in Dialekt dazu ein. Ich zeigte den völlig neuen Text meiner Freundin Heidi Gonser, die das erste Buch illustriert hatte. Sie zögerte jedoch bei der Vogel Gryff-Geschichte, da diese vor ungefähr 100 Jahren spielt. So stand ich also und brauchte jemanden, der den Geist der Erzählung nachempfinden konnte. Es mussten Zeichnungen sein, so wie ich sie selber nicht hinkriege, aber in meinem Kopf schon klar zu sehen waren. Aus ihren bisherigen Büchern wusste ich, Iris könnte diese Person sein. Sie arbeitet in der Kinderbuchabteilung von Thalia. Ich ging da hin, fragte nach ihr und ob sie meinen Text illustrieren könnte. Die Zusage kam prompt.

Iris Lydia Frei: Es war so, dass wir uns bereits von einer Veranstaltung über Kinderbücher des IL-Verlags vom Sehen her kannten. Bei einem zweiten Treffen haben wir uns dann auch etwas unterhalten.

Barfi.ch: Wie aber kam es zur Geschichte?

DG: Ich bin sehr dafür, dass man den Kindern erzählt, wie es früher bei uns aussah. Denn so vieles war ganz anders. Die Binggis hatten es damals aber genau so lustig und machten ihre Spässe, aber es wurde Respekt verlangt. Wenn etwa der Pfarrer, wie im Buch, die Gasse runterkam, sah man zu ihm hoch. Sie war eine der Personen, vor denen man sich auch etwas fürchtete.

Barfi.ch: Die Illustrationen passen präzise zur Geschichte. Ist dieser Ihr Stil?

ILF: Für das Vogel Gryff-Buch habe ich noch viel exakter gearbeitet, auch detailreicher als beim "Mässbuech". Dort ging alles viel schneller, mir blieb viel weniger Zeit. Beim neuen Vogel Gryff habe ich mir sehr viel Mühe für aufwändige Details gegeben.

DG: Eine schöne Anekdote zwischendurch: Ich hatte das Buch einer Cou-Cousine geschickt, die auch englische Übersetzungen macht und bereits mein erstes Werk in diese Sprache übersetzte. Vor ein paar Tagen war ich in der International School bei den 3 und 4-Jährigen mit einer gereimten Übersetzung des Textes in der Tasche. Die Kinder sassen eine dreiviertel Stunde im Kreis rund um mich herum.  So eng, dass alle auf das in der Mitte liegende Buch sehen konnten und erzählte ihnen in Englisch die Vogel Gryff-Geschichte. Sie fanden das ganz toll. Am Schluss fragte die Lehrerin, ob sie nun wüssten, wie der Vogel heisst, was alle taten. Nur ein kleines Mädchen wollte den "Apple man" sehen und meinte damit natürlich den Wild Maa. Es gefällt mir, wenn eine Geschichte die Kinder packt.

Barfi.ch: Das Thema Kinder und Kinderbücher scheint für Sie beide ein wichtiges Thema zu sein?

ILF: Das Kindliche interessiert mich schon mein Leben lang, insbesondere der kindliche Blick. So auch in allem, was ich bisher gemalt oder gezeichnet habe. In meinen Bildern sind die Motive fast immer Binggis. Keine Portraits, sondern Kinder, die etwas machen oder in etwas vertieft sind.

Barfi.ch: Vor ein paar Jahren gab es vor der Fasnacht eine Kinderstubete im Glögglihof. Alle Schubladen in Ihrer Wohnstube sollen vorher leicht geöffnet worden sein ...

DG: Ja, ich liess damals die Schubfächer bewusst etwas offen, damit die neugierigen Kinder sahen, was sich darin versteckt. Es war ein Fasnachtsfestli für die Kleinen meiner Freunde. 16 kostümierte Kinder kamen und ihre Mütter. Kleine Fastenwähen gab’s und – wie schon bei meiner Grossmutter – frankengrosse Schokoküsse mit verschiedenfarbigen Güssen. Spiele wurden gespielt und um etwas Ruhe in die Runde zu bringen, erzählte ich eine Geschichte. So wurde es plötzlich still. Die Mütter baten mich am Ende um eine Kopie. Es war "Wie der König vom Eiszapfenland an die Basler Fasnacht kam". Ich hatte mir das im Vorfeld des Festlis ausgedacht und stichwortartig auf Papier gebracht. Als dann danach gefragt wurde, überarbeitete ich die Geschichte etwas und fragte meine Freundin Heidi Gonser, ob sie das Deckblatt gestalten könnte. Ihr gefiel die Idee sehr und sie machte gleich mehrere Zeichnungen. So entstand das erste Kinderbuch. Nach längerer Suche nach einem passenden Verleger, landete ich bei Fritz Freys IL-Verlag.

ILF: Als Buchhändlerin bin ich an der Front, sehe viele Kinderbücher und wo diese verlegt werden. Als mir das Buch von Dorette in die Hände fiel dachte ich an IL, wo bereits meine Bücher „Adventszeit“ und „D’Mäss“ verlegt wurden. Mein erstes Bilderbuch habe ich im Alter von 20 im Eigenverlag herausgebracht. Meine Mutter hatte mir das nötige Geld dazu gegeben, Freunde der Familie es damals gratis gedruckt. Fritz Frey ist ein grosser Idealist. Deshalb gibt es immer wieder Menschen, die ihn gerne unterstützen. Ihm geht es um das Buch und nicht dessen Auflage.

Barfi.ch: Gibt es Pläne für weitere gemeinsame Projekte?

DG und ILF: Ja - ein neues Projekt mit Namen "Rheinmonster" welches an der Mündung des Birsig in den Rhein wohnt, planen wir für 2017. Das erste Kapitel ist bereits geschrieben und natürlich spielt die Geschichte in Basel.

Barfi.ch: Zum Schluss, nach welchen Kriterien wählen Kinder ein Buch aus?

ILF: Meist nach dem Umschlag und den Bildern oder einem bestimmten Thema, wie "Feuerwehr", "Prinzessinnen" oder "Piraten". Einmal kam ein ungefähr 6-jähriger Bub der sagte: "Weisch, ich has gärn wenn’s richtig brutal isch". 

 

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