Schönegg, Beat: Busoni in Bad Bottmingen

Novelle

 

Ferruccio Busoni, der weltbekannte Pianist und umstrittene Komponist, kommt im Spätsommer 1910 für einen Meisterkurs nach Basel, genauer: in das vor der Stadt gelegene Dorf Bottmingen, wo er sich standesgemäß im prächtigen Weiherschloß einquartiert. Gäste mit berühmten Namen sind hier gerne gesehen, denn das Bauerndorf bemüht sich schon länger, als Kurort mit Heilbädern und Kneippkuren international bekannt zu werden. Doch Busoni bringt nicht nur den Glanz der großen Welt in die bäuerliche Gemeinde, seine notorischen Liebeshändel verursachen auch manche Verwirrung – und sein dämonisches Wesen sorgt dafür, daß sich das ruhige Dorf in ein Irrenhaus verwandelt. Bald gerät die sonst fest gefügte Wirklichkeit ins Wanken: Welchen absurden Plan verfolgt der Direktor des Schloßhotels, um seine Tochter unter die Haube zu bringen? Was hat der vorwitzige Tagedieb und Künstler namens Ernst im Sinn, der mit seinen verarmten Freunden am Meisterkurs teilnehmen will, ohne zu bezahlen? Welche Rolle spielt der Bauernbub Anton, der nicht nur von den Kindern des Dorfes gehänselt, sondern auch von Geistern und Dämonen geplagt wird?

 

Was mit einem fröhlichen Auftakt begonnen hat, entwickelt sich zu einer tragischen Geschichte. Und dann geschehen unheimliche Dinge …

 

Beat Schönegg verbindet in dieser Novelle auf literarische und phantasievolle Weise reale historische Ereignisse mit phantastisch-märchenhaften Zügen. Nicht alles scheint zu sein, was es ist, und nicht alles ist, wie es scheint. Und mitten in den Turbulenzen, Liebesintrigen, Lausbubenstreichen und Dorfpossen geht es unversehens um wichtige Fragen des Menschseins, um das Wesen der Zeit und um das Problem echten Künstlertums.

 

zu Beat Schönegg

 

IL-Verlag, Basel, 2014

Hardcover, ca. 100 S.

ISBN: 978-3-906240-06-0

 

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Biel-Benkemer Dorf-Zytig, 28. November 2014, Nr. 472

Beat Schönegg: Busoni in Bad Bottmingen

 

Der Oberwiler Autor und Musiker erzählt in einem schmalen Bändchen eine phantastische Novelle, welche um das Jahr 1910 in Bottmingen spielt. Der damals umschwärmte Pianist Ferruccio Busoni wird zu einem Meisterkurs mit anschliessendem Konzertauftritt in Basel erwartet. Bottmingen und der Hotelier des Weiherschloss bemühen sich in jener Zeit stark darum, dem Ort mit Badekuren Glanz zu verleihen. Busoni trifft ein, schart zwei Dutzend Eleven um sich und bearbeitet in traumhafter Manier sein Instrument. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich darum bemühen, „mit dem spitzen Meissel ihres Verstandes die melodischen, rhythmischen und formalen Konturen“ der Musik herauszuschälen.

In der Novelle rücken Busoni und die Musik mehr und mehr in den Hintergrund. Die Zeiten überlagern sich rauschhaft, kreisen zwischen Traum und Wirklichkeit, Realität und Wahn. Beat Schönegg formt den Stoff zu einer klassischen Posse biederen Dörflergeistes.

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