Wahlen, Timothée, Erntezeit

Umweltkrimi

 

… Ein Planschbecken voller PET-Flaschen. Eine in betender Haltung inszenierte Leiche. Und ein mit Blut hingeschmierter, mysteriöser Bibelvers.
Als Kurt Schär den Tatort in einer Basler Wohnung betritt, ahnt er noch nicht, welche tiefgründigen Motive hinter diesem skurrilen Szenario stecken. Der Fall verspricht den Kommissar von seiner eigenen düsteren Vergangenheit abzulenken. Bald folgt er einer schicksalhaften Spur, die ihn die heutige Gesellschaft mit anderen Augen sehen lässt. Er taucht in grausame Abgründe der Menschheit ein ...

 

zu Timothée Wahlen

IL-Verlag 2017

Softcover 302 S.
ISBN: 978-3-906240-60-2
Preis: 19,20 SFr.

 

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Radio X an der Buchvernissage

Buchvernissage, Timothée Wahlen, Erntezeit. Ein Umweltkrimi, Dienstag, 13. Juni 2017 in der Trotte Arlesheim.

Am Ende bleibt die Hoffnung.

 

(Fr.)

 

Pünktlich um 19:00 Uhr konnte der Verlagsleiter des IL-Verlages, Basel, den Autor Timothée Wahlen, den Musiker Andri Leonardo und an die 100 Besucher der Buchvernissage begrüßen.

 

Indem er in der Begrüßungsansprache und Würdigung des Buches auf die Problematik der Ausbeutung des Afrikanischen Kontinents durch skrupellose Konzerne und deren verheerende Folgen einging, stellte der Verlagsleiter die Zuhörerinnen und Zuhörer unmittelbar in die zentrale Thematik des Kriminalromans hinein. Menschen, welche das Ausrauben und Plündern des im Grunde reichen Kontinents Afrika erkennen und sich versuchen dagegenzustellen, müssen bald die Aussichtslosigkeit ihres Tuns erkennen. Dass ein Umweltaktivist auf die Idee kommt, die CEOs der betreffenden Konzerne durch die von ihnen angewandten Methoden der Ausbeutung in gleicher Weise umzubringen, wie sie Mensch und Tier in den Gebieten moderner Kolonisierung zur ohnmächtigen Verzweiflung und schließlich in den Tod treiben, das ist ein hartes Stück im Krimi von Timothée Wahlen.

 

Dass dennoch Hoffnung bestehen könnte, diesem Treiben ein Ende zu setzen, zeigt die Bewusstseinsveränderung der mit der Aufklärung der grausamen Morde beschäftigten Kriminalbeamten. Wer sich mit dem spannend geschriebenen Kriminalroman beschäftigt, macht unweigerlich einen Bewusstseinswandel durch. Er erlebt mit den Opfern und mit dem Täter intensiv die ganze Problematik der modernen Ausbeutung mit, die oft unter dem Deckmantel von Entwicklungs- und Staatsaufbauhilfe wirkt – und das gerade Gegenteil dessen ist.

 

Durch sehr gut ausgewählte Textpassagen führte Timothée Wahlen die Zuhörer durch den Krimi, so dass jeder den Charakter dieses vielschichtigen Kriminalromans, der den Gehalt eines gewöhnlichen Krimis bei weitem übertrifft, nachempfinden konnte. Ebensogut ausgewählt waren die Musikstücke, die zwischen den einzelnen Lesepassagen von Andri Leonardo gespielt wurden. Ein geschickter Griff, um das vom Autor Gelesene und Erläuterte zu verinnerlichen und zu verdauen und sich auf die neue Lesepassage vorzubereiten.

 

Timothée Wahlen erzählte auch von seiner Zeit als Lehrer in Kenia und seinen Reisen in Afrika. Niemand im schönen Raum der Arlesheimer Trotte blieb von der Echtheit des Erlebens des Autors unberührt.

 

Zum Schluss durfte Timothée Wahlen einen lang anhaltenden und wohlverdienten Applaus für das Schaffen seines Werkes und für dessen Präsentation entgegennehmen. Die Gelegenheit, Bücher zu kaufen, wurde überaus rege wahrgenommen und der Autor hatte alle Hände voll zu tun mit dem Signieren des Umweltkrimis.

 

Der kleine Apéro am Schluss gab den Menschen Gelegenheit, sich auszutauschen und alte Bekanntschaften aufzufrischen sowie neue zu knüpfen.

 

Es war ein gelungener Abend, zu dem sich Autor, Musiker und auch der Verlag nur gratulieren können.

 

Neue Fricktaler Zeitung vom Dienstag, 13. Juni 2017

Timothée Wahlen ist Jugendarbeiter in Rheinfelden. Jetzt hat er seinen ersten Roman geschrieben – es ist ein Krimi mit Botschaft.

- Von Valentin Zumsteg -

 

Begonnen hat es in Afrika: Vor vier Jahren arbeitete Timothée Wahlen für sechs Monate als Lehrer in einer staatlichen Schule in Kenia. «In dem Dorf gab es kein fliessendes Wasser und keinen Strom. Dort habe ich gemerkt, mit wie wenig man auskommen kann. Das Wenige, das es gab, hat ausgereicht», erzählt der 30-Jährige. Sein  Umgang mit den natürlichen Ressourcen hat sich verändert: «Man überlegt es sich zwei Mal, für was man das Wasser braucht, wenn es von weit her geschleppt werden muss.»

 

«Eine besondere Anziehungskraft»

Die Freizeit nutzte er damals, um zu schreiben. «Ich habe immer schon gerne Geschichten erzählt. In Afrika brachte ich sie zum ersten Mal aufs Papier.» In der Zwischenzeit hat er den Kontinent wieder besucht und ist mit seiner Partnerin durch mehrere Länder gereist. «Afrika ist mir ans Herz gewachsen. Der Kontinent hat eine besondere Anziehungskraft.»

Aus den ersten schriftstellerischen Gehversuchen wurde zwar nichts, doch er blieb am Ball. Zurück in der Schweiz trat er eine 50-Prozent-Stelle als Jugendarbeiter in Rheinfelden an und schrieb einen Roman. Rund eineinhalb Jahre hat er an der Geschichte gearbeitet. Jetzt hält er sein erstes eigenes Buch in Händen. «Erntezeit» lautet der Titel. Es ist ein Umweltkrimi. «Meine Erlebnisse in Afrika und die zunehmende Auseinandersetzung mit ökologischen und ethischen Themen veränderten meine Weltanschauung», erzählt Wahlen. Dies hat seinen Roman geprägt.

 

Unterhalten und zum Denken anregen

Im Zentrum der Geschichte steht Kurt Schär, Kommissar bei der Basler Kriminalpolizei. Er muss einen Mord aufklären. Dabei stösst er auf dubiose Machenschaften eines Grosskonzerns, der weltweit Wasserquellen privatisiert. Gleichzeitig kämpft er gegen seine eigenen Dämonen –  und am Schluss muss er eine Entscheidung treffen, bei der es um Leben und Tod geht.

«Die Geschichte soll unterhalten, aber auch zum Nachdenken anregen. Es beschäftigt mich sehr, was derzeit auf der Welt läuft. Mich stört das Konsumverhalten in den reichen Ländern. Wir beuten die Entwicklungsländer aus. Weil wir immer das Neuste haben wollen, produzieren wir haufenweise Abfall. Das ist nicht nachhaltig. Man kann mit wenig leben.» Auch viele Jugendliche seien heute stark auf den Konsum ausgerichtet. «Das wird ihnen von den Erwachsenen vorgelebt.» Als Erlebnispädagoge versucht Wahlen, den Kindern und Jugendlichen die Natur näher zu bringen und ihnen so andere Werte zu vermitteln. Das ist ein Weg, den er künftig verstärkt gehen möchte. Er selber treibt viel Sport; klettert und spielt Fussball.

 

«Mit Menschen arbeiten»

Aufgewachsen ist Timothée Wahlen in Reinach, heute lebt er in Arlesheim. Als Jugendarbeiter mit einem 50-Prozent-Pensum leitet er in Rheinfelden den Treffpunkt «Fuchsbau» im Augarten und er gehört zum Team der mobilen Jugendarbeit. Daneben gibt er im Auftrag der Aidshilfe beider Basel Präventionsunterricht für Schulklassen.

«Für mich war schon früh klar, dass ich mit Menschen arbeiten möchte. Deshalb habe ich Soziale Arbeit studiert. Als Sozialarbeiter begleite ich die Menschen ein Stück auf ihrem Lebensweg. Ich kann dabei etwas bewegen. Besonders spannend finde ich die Arbeit mit Jugendlichen. Sie haben das ganze Leben noch vor sich.»

 

Lieber hören als lesen

Hat er einen Lieblingsschriftsteller? «Ich lese nicht sehr viel. Ich höre aber häufig Hörbücher. Die Geschichten von Henning Mankell und John Grisham gefallen mir.» Das Schreiben sieht Wahlen als Hobby. «Es freut mich, dass es mir gelungen ist, einen Verlag zu finden, der den Roman druckt. Es ist ein besonderes Gefühl, das Werk in Händen zu halten. Jetzt bin ich gespannt auf die Reaktionen.» Ideen für eine neue Geschichte hat er bereits – sie soll etwas mit Jugendlichen zu tun haben.

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