Schorno, Paul: Im Schatten der Heiterkeit

Roman

 

Der Roman schildert die Krankheit einer jungen Frau und Mutter, die in sich spürt, dass sie ihr Denken, ihre Gefühle und Taten nicht mehr in Einklang bringen kann. Sie verlangt nach seelischer Wärme, die sie nicht erhält, nicht von ihrem Ehegatten, nicht vom weiteren Umfeld. Die durch Medikamente unterdrückte innere Not kann nicht geheilt werden und sucht sich ihren Ausweg in steter Flucht vor dem Alltag. Der Mann, aufgewachsen in strengen religiösen Normen, fühlt sich orientierungslos in einer moderner werdenden Welt. So stehen sich ein Mann und eine Frau gegenüber, die den Weg zueinander nicht mehr finden können.  Mit seinem Roman legt Paul Schorno ein Zeugnis seiner präzisen und einfühlsamen Beobachtungsgabe vor. Es ist eine hervorragende literarische Schilderung seelischer Zustände und der Entwicklungen der postmodernen Gesellschaft am Ende des 20. Jahrhunderts. 

 

zu Paul Schorno

 

Originalausgabe, IL-Verlag, 2016

Softcover, 216 Seiten

ISBN: 978-3-906240-34-3

 

 

 

CHF 19.20
In den Warenkorb
  • verfügbar
  • 3 - 5 Tage Lieferzeit1

Rezension in der bz (Basellandschaftliche Zeitung), 28. Juni 2016

Rezension BBDZ, Kultur, Urs Berger

Paul Schorno:
Im Schatten der Heiterkeit.

In den Januar-Kulturtipps rezensierten wir Paul Schornos Rückblick auf Leben und Wirken. Der Basler Lehrer, Journalist
und Autor hatte Ausschnitte seines umfangreichen Schaffens vereint. Nun ist
vom 86-Jährigen der erste Roman erschienen.
Wir stellen uns vor, dass Paul Schorno aus einem riesigen Fundus von
erinnerungswürdigen Notizen schöpfen konnte, denn der Roman ist dicht und
geprägt von Mitteilsamkeit.
Schorno kontrastiert die Reflexionen des Lehrers Bühler - zum Beispiel über dessen vielfältige kulturelle Genüsse - mit dem privaten Schicksal der Ehefrau Cécile, die mit psychischen Schwierigkeiten kämpft und deren Verwirrung oft in
Ausfälligkeit mündet. Bühler denkt nach, macht sich seine Meinungen zu Zeiterscheinungen, stellt Facetten des gesellschaftlichen Wandels in Frage.
Bei der Würdigung des Romans soll nicht unerwähnt bleiben, in welch durchdachter und wortreicher Sprache er verfasst ist.

Der kluge Panther. Das Kulturelle Privatnetz 0086 Juni 2016 (Valentin Herzog)

Ein Mann, 36 Jahre alt, seines Zeichens Lehrer, im Nebenberuf Theaterkritiker mit eigenen literarischen Ambitionen, wacht eines Morgens allein in seinem Ehebett auf und weiß: „Die Zeit war wieder da.“ Das bedeutet: Seine gemütskranke Ehefrau Cécile hat ihn zusammen mit der gemeinsamen Tochter Astrid wieder einmal verlassen. Im Roman heisst der Mann Christoph Bühler, aber die beruflichen wie biographischen Ähnlichkeiten mit der Person des Autors Paul Schorno sind nicht zu übersehen, sollen wohl auch nicht übersehen werden. Die folgenden 200 Seiten erzählen zum einen von der Jugend, der Ausbildungszeit und ersten beruflichen Erfahrungen Bühlers, zum anderen vom quälenden Warten auf ein Lebenszeichen von Gattin und Tochter. Wenn Cécile endlich wieder auftaucht, muss sie zunächst für endlose Wochen in einer Nervenklinik interniert werden. Nur ganz langsam – und unvollkommen – gelingt es Bühler, wieder Kontakt zu ihr zu finden. Nach der Rückkehr in die eheliche Wohnung wird sie sagen: „Ich bin dumm gemacht worden … Auch Liebe machen kann ich nicht mehr. Das Herz und die Nerven streiken. Geh, such dir eine neue Frau.“ Das lässt nichts Gutes ahnen.

Paul Schorno erzählt sensibel und taktvoll, manchmal auch mit grimmigem Humor, etwa wenn er die ewig gleichen Phrasen der Ärzte und Krankenschwestern oder auch gewisse Reaktionen von Kollegen und Freunden wiedergibt. Nur gelegentlich verliert er sich in allzu ausufernden Reflexionen, beispielsweise über den Lehrerberuf, über den seine Hauptfigur während eines halbjährigen Urlaubs einen längeren Essay verfassen soll. Erfrischend und brisant dagegen geraten u. a. die bissigen Schilderungen des Militäralltags und vor allem des Psychoterrors, mit dem kirchliche Würdenträger der katholischen Innerschweiz Jugendliche wie Erwachsene in ihrem Sinn zu beeinflussen, zu unterwerfen suchen.

Paul Schorno: Im Schatten der Heiterkeit. Roman. IL Verlag, Basel (ISBN: 978-3-906240-34-3) Im gleichen IL (Informations-Lücke) Verlag ist letzten Herbst ein ebenfalls sehr lesenswerter Band mit journalistischen Texten, Geschichten, Essays und Gedichten von Paul Schorno erschienen: „Beim Wort genommen. Schreiben als selbstverständlicher Lebensäußerung“. Auch in diesem Buch lernt man den bekannten Kritiker von neuen, überraschenden Seiten kennen.

 

 

 

Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband
Fairlag
zeitnah