Frey, Fritz: Europa zwischen Ost und West

Fritz Frey betrachtet die Entwicklung Europas unter den Gesichtspunkten der Individualisierung und der Emanzipation des Menschen. Er untersucht die notwendigen Grundlagen für ein gesundes soziales Zusammenleben freier und mündiger Menschen, sowie die Bedingungen, die zum größtmöglichen wirtschaftlichen Wohlergehen innerhalb staatlicher Gebilde unabdingbar sind.
Dass dabei Individualität und Egoismus ebenso unterschieden werden müssen wie Nationalität und Nationalismus, zeigt sich in der Analyse des Neoliberalismus und des Neokonservativismus, die in ihrer jeweiligen Form die Globalisierung, bzw. die Welthegemonie anstreben. Dass sie dabei weder das menschliche Individuum, noch die historisch gewachsene Völkergemeinschaft respektieren, zeigt sich in der Geschichte des 20. und des eben begonnenen 21. Jahrhunderts. Die unrealistischen Polit- und Wirtschaftstheorien dieser Denkschulen haben die Menschheit mit der Finanzkrise im Herbst 2008 in die schlimmste Finanzkrise seit 1929 geführt.
Das Buch bleibt nicht bei der Fehleranalyse stehen, sondern zeigt wirklich realisierbare Auswege auf, die über die Erkenntnis gesellschaftlicher Zusammenhänge gefunden werden können.

 

zu Fritz Frey

 

IL-Verlag, Januar 2009
Paperback, 284 S.
ISBN: 978-3-9523461-5-0 

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Rezensionen


Die Entwicklung des Individuums und seine Emanzipation aus dem Kollektiv stellen die Hauptherausforderung der modernen Zeit dar. Wie kann ein staatlich-nationales Gebilde dieser Entwicklung gerecht werden? Wie können die Nationen den Nationalismus überwinden, ohne ihre Identität zu verlieren und sich dennoch in ein supranationales Gebilde einfügen? Das sind die künftigen Herausforderungen, die an Europa gestellt werden. Wege dazu sind im Buch 'Europa zwischen Ost und West. Individualität und Egoismus im alten und im neuen Europa.' (Autor: Fritz Frey) spannend entwickelt. Die Zukunft Europas kann nur eine Gemeinschaft sein, die aus der Freiheit der Nationen und der Individuen gewollt ist.

Europa kann nur verstanden werden, wenn seine Entwicklung unter den Gesichtspunkten der Emanzipation des Menschen und der Völker als Nationalitäten betrachtet wird. Das Buch 'Europa zwischen Ost und West. Individualität und Egoismus im alten und im neuen Europa.' zeigt, wie der Egoismus als Durchgangspunkt zur freien Individualität, die aus eigenen Intensionen, eben frei, den Weg zur Gemeinschaft sucht, absolut notwendig ist. Er kann erst durch den freien Willen zur Gemeinschaftsbildung überwunden werden.

Ebenso verhält es sich mit dem Nationalismus der Völker Europas. Der Nationalismus als notwendige Erscheinung des 19. Jahrhunderts muss von der Nation aus freiem Willen zu einer europäischen Gemeinschaft überwunden werden, wenn es nicht zu Katastrophen wie jenen von 1914 - 1945 oder im Balkan kommen soll. Dies beinhaltet aber nicht die Auflösung der Nationen oder der Nationalitäten. Im Gegenteil: Erst durch die Vielfalt der Kulturen in Europa, die sich in den Nationalitäten, eben nicht in den Nationalismen, widerspiegelt, kann sich die wahre Kraft Europas entwickeln. Wie das Individuum nur durch die Überwindung des Egoismus eine wirkliche Individualität werden kann, so kann die Nation nur durch Überwindung des Nationalismus zu einer Nationalität werden, die aus der Freiheit der kulturellen Entwicklung eines Volkes heraus, den Beitrag aus seiner Eigenart zu einer Gemeinschaft der Völker Europas leisten will. Durch eine solche Entwicklung kann sich eine blühende Ökonomie, die auf freier Solidarität gründet, entwickeln. Einer Solidarität, die aus Freiheit gewollt und kein erzwungener Funktionärs-Sozialismus ist.

Europa als Union der Völker (Wir sind das Volk!), die sich aus freiem Willen (nicht aufgrund von Absprachen zwischen an Interessen gebundenen Parlamentariern) zu einer föderalistischen Union zusammenschließen, ist das Ziel. Ein zentralistisches Europa der Funktionäre, entspricht nicht dem Charakter Europas. Ein solches Europa hat keine Zukunft und kann nur ins Chaos führen, das von einem strengen, zentralistischen Überwachungsstaat geordnet werden muss. Ein föderalistisches Europa, im freien Zusammenwirken der Nationen, das unabhängig von jeglicher Hegemonialmacht seinen autonomen Weg findet, kann dieses Chaos verhindern. Das Buch zeigt Wege auf, die dem wahren Wesen Europas entsprechen und verhindern, dass Zustände, wie sie vor dem 2. Weltkrieg und später im Balkan herrschten und z.T. noch herrschen, erneutes Unglück über Europa bringen. 
Ein lesenswertes Buch mit wirklich neuen Ideen, die in die Zukunft führen.

 

SB/tz

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Europa ist im Gespräch- und das nicht erst seit Donald Rumsfeld 2003 mit seinen Aussagen zum alten Europa die Staatengemeinschaft in Unterstützer und Gegner des Irakkrieges zu spalten suchte. An diesem Punkt setzt Fritz Frey in seinem Buch 'Europa zwischen Ost und West' (BoD Norderstedt) an. Kritisch hinterfragt er, was das 'alte Europa' sein soll, was es heute im Zuge der Globalisierung und hegemonialer Bestrebungen der Weltmacht USA darstellt und welche Rolle es in der - geeinten - Zukunft spielt! Im Mittelpunkt seiner innovativen Analyse stehen Mensch und kulturelle Vielfalt: Werden Individuen und historische Völkergemeinschaften tatsächlich im Prozess des Zusammenwachsens respektiert; was sind Grundlagen eines gesunden sozialen Zusammenlebens und unter welchen Bedingungen kann innerstaatliches, wirtschaftliches Wohlergehen bestehen? Mit diesen hoch spannenden Ausführungen wird nicht nur die aktuelle Brüsseler Politik durchleuchtet, auch Freude am Europagedanken wird wach! 

Wer in die Zukunft denken will, muss erst die Vergangenheit verstehen. Mit diesem Ansatz macht sich der Autor auf eine faszinierende Reise durch die letzten Jahrhunderte bis zum Beginn Europas- so werden modernes (und postmodernes) Bewusstsein in Bezug auf Egoismus und Individualismus sowie Nationalismus und Nationalität erst richtig verständlich! Kompetent durchforscht Fritz Frey hegemonial agierende Reiche wie das römische oder napoleonische auf ihre Kernaspekte und veranschaulicht Zusammenhänge der Staatenentwicklung in Bezug auf Ökonomie und Kultur. Wie entsteht letztere und wie wirkt sie auf die politische Klasse? Unter Einbezug soziologischer und anthropologischer Erkenntnisse werden gesellschaftliche Evolution und individuelle Emanzipation anhand des alten theokratischen Griechenlands und des kaiserlichen Roms dargestellt. Wie wirken Zerfall des Römischen Reiches, Bildung der Nationalstaaten, Weltkriege und EU-Aufbau auf die Menschen? Hier wird ein hoch interessanter Bogen gespannt von der Antike bis heute, der keine Fragen offen lässt! Oder doch? Dann sollten Sie weiterlesen, denn auch die gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Strukturen sowie ihre Wirkungen auf das menschliche Wohlergehen werden detailreich und mit grossem Engagement für wahre Individualität versus einsam machenden Egoismus geschildert.

 

Hanns-Martin Wietek

 

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